Page 21 - Terrassendächer und Glashäuser 2019
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  Braucht man für solch ein Glashaus eine Baugenehmigung? Dies ist nur eine der vielen Fragen, vor denen Bauherren am Anfang ihres
Projektes stehen.
Ganz allgemein gilt: Wenn der Glasanbau zusammen mit dem Gebäudeneubau er- folgt, wird der Architekt alle baurechtlichen Fragen mit bearbeiten. Wenn es sich um den Anbau an ein Bestandsgebäude handelt, wird das bürokratische Procedere den ver- antwortlichen Bauherren meist vom ausfüh- renden Unternehmen abgenommen und er- ledigt. Das kostet etwas Arbeit und muss natürlich auch bezahlt werden. Das ist aber immer sicherer und meist sogar kostengün- stiger als ein „Schwarzbau“, der meist von solchen Betrieben angeboten wird, die sich damit aus der Gewährleistung stehlen wol- len, die ja dann auch nicht einklagbar ist. Diese Betriebe vergessen allerdings dabei auch, dass dann der Werklohn nicht einklag- bar ist. Die besonders „Schlauen“ verlangen dann fast 100 Prozent Vorkasse! Wer diesen vordergründigen „Kostenvorteil“ anpreist, hat dann oft noch andere „Kostenbremsen“ im Gepäck, die zu Lasten der technischen oder ästhetischen Qualität gehen, damit sich der unfaire Wettbewerb auch so richtig lohnt.
Die Versuchung, sich durch Umgehung des fairen Wettbewerbs und die Missach- tung berechtigter Kundeninteressen einen Vorteil zu verschaffen, ist leider Realität. Be- ratungs- und Ausführungsmängel treffen oft zusammen mit technischen Mängeln in der Planung und Ausführung, zeigen sich in fehlenden Nachweisen der Standsicherheit (Statik), der Einhaltung der gesetzlichen Be- stimmungen, der Regen- und Winddicht- heit, der zertifizierten Herstellung der ein- gesetzten Bauteile.
Es gibt überall qualifizierte und fachkun- dige Firmen, sodass es niemand nötig hat, die wenigen „schwarzen Schafe“ zum eige-
nen Nachteil zu füttern. Auch hier gilt: Augen auf bei der Auswahl – und angemessen prüfen.
FAZIT:
• Nutzen Sie den Ratgeber des Bundesverband Wintergar- ten e.V. zur Planung Ihres Projektes.
• Sehen Sie sich die Firma an, besuchen Sie deren Ausstel- lung und holen Sie Vergleichsangebote ein.
• Lassen Sie sich Referenzobjekte nennen und schauen Sie diese an.
• Leisten Sie ungewöhnlich hohe Anzahlungen nur gegen Erfüllungsbürgschaft, vor allem bei Firmen, die Sie nicht kennen, die am Markt wenig bekannt sind, die ihren Sitz weit entfernt haben und über deren Bonität Sie keine Kenntnisse haben.
• Achten Sie darauf, dass angebotene Wintergarten-Dä- cher und Terrassendächer aus Aluminium aus einer zer- tifizierten Herstellung stammen (zertifiziert nach DIN EN 1090, CE-Zeichen und Leistungserklärung). Dies ist inzwischen gesetzlich vorgeschrieben.
• Meiden Sie Hochstapler: Bei wenig bekannten Firmen, die damit werben, überall in Deutschland Ansprechpart- ner zu haben und damit ortsnahen Service suggerieren ist zu prüfen, ob es sich nicht nur um Briefkastenfirmen handelt, die mehrheitlich die gleichen Kontaktdaten (Te- lefonnummer et cetera) nutzen.
• Achten Sie auch darauf, dass wichtige Leistungsbestand- teile nicht mit der Bemerkung „bauseits“ in Ihre Verant- wortung verschoben werden. „Bauseits“ bedeutet: Das liegt ganz auf der Seite des Kunden. Viele notwendige Bauanschlüsse können aber nicht nachträglich selbst her- gestellt oder anderweitig beauftragt werden.
Weitere Informationen finden Sie auf der Homepage des Bundesverbandes: www.bundesverband-wintergarten.de
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